Ausbildertagung: Innovationen, digitale Zukunft und starke Netzwerke

Wiesbaden, 22.10.2026 – Zur diesjährigen Ausbildertagung des KFZ-Handwerks kamen in der Friedrich-Ebert-Schule Wiesbaden zahlreiche Ausbilderinnen und Ausbilder, Lehrkräfte und Verbandsvertreter zusammen. Im Mittelpunkt standen aktuelle Trends auf dem Ausbildungsmarkt, wegweisende Digitalisierungsprojekte, moderne Unterrichtsmedien und starke Partnernetzwerke für Auszubildende.
Impulse und Digitalisierungsinitiative aus dem Verband
Als Hauptreferent gab Herr Kuhn einen umfassenden Einblick in die aktuellen Rahmenbedingungen und in die Digitalisierung des KFZ-Gewerbes.
Verbindliches E-Learning ab 2027: Ab 2027 ist die Vorbereitung per E-Learning (über die Module des Autofachmanns) für die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung (ÜLU, beginnend mit dem Grundkurs GK 1) per Beschluss verpflichtend. Ziel ist ein einheitliches Grundwissen aller Auszubildenden vor Kursbeginn. Für Betriebe ohne eigene Lizenz steht eine kostenlose Auffanglösung bereit.
Digitale Prüfungsstation für Diagnosekompetenz: Herr Kuhn stellte eine gemeinsam mit der TU Dresden entwickelte digitale Prüfungsstation vor. An virtuellen Fehlerszenarien, etwa an einem VW Golf, zeigen Auszubildende objektiv und praxisnah ihre methodische Fehlersuche, ohne Werkstattmaterial zu verschleißen.
Arbeitsmarkt und Exzellenzförderung
Nummer 1 in Deutschland: Der KFZ-Mechatroniker ist inzwischen der stärkste duale Ausbildungsberuf in Deutschland und in Hessen. Herr Kuhn rief die Betriebe auf, auch die hohe Nachfrage im kaufmännischen Bereich (Automobilkaufleute, Teiledienstberater) zu nutzen. Die Bestehensquote bei der Gesellenprüfung in Hessen lag dieses Jahr bei soliden 88% (Durchfallquote ca. 10-12%)
Exzellenzförderung: Deutsche Meisterschaft im Handwerk - German Craft Skills: Herr Kuhn hob die Bedeutung der Spitzenförderung beim bisherigen Praktischen Leistungswettbewerb hervor. Die besten Junggesellen Hessens erhielten Prämien von bis zu 500 € und Meisterschul-Stipendien. Im Landesfinale 2026 belegte Marcel Fey von der Fraport AG in Frankfurt den zweiten Platz, dritter wurde Philipp Kramer von Neils & Kraft in Gießen.
LandessiegerPhil Swierczek wurde bei Autohaus Nix in Eschborn ausgebildet und vertritt nun Hessen beim Bundesentscheid der Deutschen Meisterschaft im Handwerk.
Digitaler Unterricht im Fokus: Vorstellung von „Electude"
Herr Sänger (Berufsschule Untertaunus) und Herr Dominik Reichle (Vertriebsleiter Deutschland bei Electude) präsentierten das digitale Lernsystem Electude als interaktives Unterrichtsmedium für Berufsschulen:
Interaktives Lernen: Das System bietet über 3.000 animierte Module, simulationsbasierte Aufgaben und eine virtuelle Werkstatt.
Binnendifferenzierung: Aufgaben lassen sich in verschiedenen Schwierigkeitsgraden zuweisen, sodass schwächere Schüler gezielt gefördert und stärkere gefordert werden.
Ausblick: Es wurde konstruktiv diskutiert, wie moderne Schullösungen wie Electude und die Vorgaben des Verbands künftig bestmöglich zusammenpassen.
Starke Partner für Betriebe und Auszubildende
Drei Förderinitiativen stellten sich vor, die Auszubildende und Betriebe im Alltag unterstützen:
ASA (Assistierte Ausbildung, BWHW – Elias Manusaridis): Kostenlose Nachhilfe und praktische Unterstützung, gefördert durch die Agentur für Arbeit.
QuABB (Qualifizierte Ausbildungsbegleitung – Frau Weinreich): Schnelle, vertrauliche Hilfe bei persönlichen Hürden, Konflikten oder drohendem Ausbildungsabbruch.
Erasmus+ (Stadt Wiesbaden – Anna Richter): Geförderte Auslandspraktika von 2 bis 8 Wochen, zum Beispiel in Spanien oder auf Malta. Für Betriebe eine gute Möglichkeit, ihre Auszubildenden zusätzlich zu motivieren.
Fazit
Die gut besuchte Ausbildertagung hat gezeigt: Das KFZ-Handwerk in der Region Wiesbaden und Rheingau-Taunus setzt Maßstäbe bei Digitalisierung, Qualität und Nachwuchsförderung.





