Runder Tisch mit Überwachungsorganisationen in Hessen

Pressefoto (Quelle Landesverband Hessen):
v.l.n.r: Kristin Hönig, HMWEVW; Andreas David Lutz, LV Hessen, Markus Richter, DEKRA, Bernd Wagner, DEKRA, Marion Liebezeit, FSP, Axel Sprenger, GTÜ, Elmar Schermack, TÜV Rheinland, Thomas Klein, LV Hessen, Uwe Nickel TÜV Nord, Patrick Gläser, TÜV Nord, Andreas Fleischhauer, RP Darmstadt, Torsten Hesse, TÜV Thüringen, Georg Wolf, LV Hessen, Joachim Kuhn, LV Hessen, Klaus Wilhelm Hoeck, TÜV Süd, Christoph Diwo, KÜS, Michael Platz, TÜV Hessen

Der stellvertretende Landesinnungsmeister Georg Wolf und Verbandsgeschäftsführer Joachim Kuhn haben am 17. Januar 2020 zu einer außerordentlichen Sitzung des Runden Tisches nach Wiesbaden eingeladen. Neben den in Hessen tätigen Überwachungsorganisationen haben diesmal auch Frau Kristin Hönig vom hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen, sowie Herr Andreas Fleischhauer vom Regierungspräsidium Darmstadt an der Sitzung teilgenommen.

 

Anlass für die „Sondersitzung“ war Abstimmungsbedarf im Zusammenhang mit der Voll-Akkreditierung der Überwachungsorganisationen und der Kalibrierpflichten für AU-Messgeräte, Bremsenprüfstände und Scheinwerfereinstell- und Prüfsysteme im Hinblick auf laufende Fristen und den Jahresbeginn 2020.

Der Runde Tisch ist in Hessen eine feste Institution mit dem Ziel, gemeinsam im Sinne der Verkehrssicherheit, flankierend zu den gesetzlichen Vorgaben, praktikable Lösungsansätze für eine reibungslose Umsetzung der technischen Fahrzeugüberwachung zu finden.

 

Der Landesverband berichtet über die großen Fortschritte die die Organisation mit der angestrebten Systemakkreditierung des Bundesinnungsverbandes (BIV) macht. In Hessen sind bereits alle 22 Innungen mit Ihren rund 100 Prüfern und Mitarbeitern zur Einbindung vorbereitet und geschult worden. Weitere 900 Werkstattinhaber und verantwortliche Mitarbeiter haben die zum Beitritt in das System erforderliche Erstschulung nebst Zertifikat erhalten. Der stellvertretende Landesinnungsmeister Georg Wolf und Geschäftsführer Joachim Kuhn gaben sich zuversichtlich die anerkannten AU-Werkstätten mit geringstmöglichen Aufwand bis spätestens Juni 2021 in das Zeitalter der Akkreditierung mitnehmen zu können. Nachdem die erforderlichen und bereits vorbereiteten Vorschriften, mit denen u.a. Klarstellungen zu den Fristen für die erforderlichen Akkreditierungen von Überwachungsorganisationen und

AU-Werkstätten, nicht bis zum Jahresende beschlossen und verkündet wurden, ist zunächst ein Vakuum entstanden.

 

Bis auf weiteres konnten sich die Beteiligten in Hessen bei dem heutigen Termin auf nachfolgende Aussagen verständigen, bzw. diese bestätigen:

 

  1. AU-Nachweise von anerkannten Werkstätten werden von den Überwachungsorganisationen bis auf weiteres akzeptiert, wenn der Betrieb seine ordnungsgemäße Anerkennung nachweist. Dies geschieht i.d.R. mit dem Aufbringen und Prägen des AU-Nachweissiegels auf dem ausgestellten AU-Nachweis.
  2. Die Überwachungsorganisationen sind dazu aufgefordert im Rahmen der Akkreditierung nach ISO 17020 den Eich- und Kalibriernachweis für das eingesetzte AU-Messgerät übergangsweise zu dokumentieren. Dies entfällt jedoch, sobald die anerkannte Werkstatt dem akkreditierten System des Bundesinnungsverbandes (BIV) beigetreten ist.
  3. Die Kalibrierung der für die AU und HU eingesetzten Messgeräte konnte, entgegen anders lautender Aussagen u.a. des ASA-Verbandes, allein aus Kapazitätsgründen nicht flächendeckend bis zum 31.12.2019 erfolgen. In diesen Fällen ist die Kalibrierung jetzt zwingend kurzfristig umzusetzen, da der Einsatz nicht kalibrierter Messmittel nur noch in begründeten Einzelfällen toleriert wird.
  4. Bei Bremsenprüfständen gilt festzuhalten, dass im Zusammenhang mit den ersten praktischen Erfahrung der Überwachungsorganisationen in der Nutzung der spätestens seit Jahresbeginn erforderlichen Datenschnittstelle (auch ASA-Schnittstelle genannt), Mängel z.B. im Verbindungsaufbau oder Abweichungen bei den ausgelesenen Bremsenwerten aufgefallen sind. Die Überwachungsorganisationen empfehlen ihren Prüfingenieuren in solchen Fällen das manuelle Ablesen der Bremsenwerte. Den Werkstätten empfehlen wir in diesen Fällen eine Mängelanzeige beim Lieferanten des Prüfstandes. Bei Prüfständen, die mit dem Lieferversprechen „Erfüllt die Bremsenprüfstandsrichtlinie von 2011“ beschafft und montiert wurden, ist zu klären ob die Mängelbeseitigung auf Kosten des Lieferanten zu erfolgen hat.

 

Abschließend informierte der Landesverband über seine erneute Initiative, Lösungen im Gespräch mit dem hessischen Wirtschaftsministerium und der hessischen Eichdirektion, zur Reduzierung des Aufwandes wegen der aktuellen Doppelprüfung aus Eichung und Kalibrierung der AU-Messgeräte zu finden.

Aus Sicht des Landesverbandes bietet das aktuelle Mess- und Eichgesetz bereits Ansatzpunkte, die ohne Änderung der gesetzlichen Grundlagen herangezogen werden können.

 

Spätestens im Sommer 2020 will man erneut in diesem Kreis zusammenkommen und sich über die aktuellen Entwicklungen austauschen.