Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe
 
 

Jeder bestimmt, wie weit er geht / Freisprechungsfeier 2017

Wie jede Branche hat auch das Kraftfahrzeuggewerbe Probleme mit dem demografischen Wandel und der ungenügenden Schulbildung zahlreicher Bewerber. Bei alledem bietet dieser Berufszweig außerordentlich günstige Karriere-Chancen. Dies bestätigten die Redner bei der jüngsten Freisprechungsfeier der hiesigen Kfz-Innung im Meistersaal der Handwerkskammer.

„Sie bestimmen selber, wie weit Sie gehen möchten“, ruft der Wiesbadener Wirtschaftsdezernent Detlev Bendel in seinem Grußwort den 59 frischgebackenen Gesellen im Kraftfahrzeug-Mechatroniker-Handwerk zu. Damit meint er, dass es ganz individuell lohnend sein kann, den Großteil des Arbeitslebens als Geselle zu verbringen, sich zum Meister weiterzubilden oder auf dem Meisterbrief ein Studium aufzubauen und Betriebsleiter zu werden.

Klaus Repp, Präsident der Handwerkskammer Wiesbaden, spricht die zu Ehrenden in seiner Festrede ebenfalls sehr persönlich an. Schließlich beruhe das gute Verhältnis zwischen Betrieb und Auszubildendem beziehungsweise Gesellen auf gegenseitiger Hilfe. „Handwerk lebt von Gemeinschaftsarbeit“, formuliert Repp und fügt an: „Überzeugen Sie andere junge Leute davon, dass sich Handwerk lohnt!“

Harald Flackus, Obermeister der Kfz-Innung Wiesbaden-Rheingau-Taunus, erklärt, dass die Berufsausbildung junger Menschen essentieller Bestandteil der Innungsarbeit sei. Dies belegt er mit zahlreichen Aktivitäten. So zeigt das Kfz-Gewerbe alljährlich im September bei der Ausbildungsmesse „Handwerk live“ ganz anschaulich, welche Perspektiven die Berufe Kfz-Mechatroniker/in, Fahrzeuglackierer/in und Automobilkaufmann/-kauffrau bieten. Ein immer wichtiger werdender Schwerpunkt der Berufsausbildung im Kfz-Gewerbe ist die Elektromobilität, die ein Wahl-Segment im Berufsbild des Kfz-Mechatronikers darstellt.

Der „Tag der Kfz-Berufe“ jeweils im Spätherbst soll Schüler sehr praxisnah an die Automobil-Branche heranführen. Aus dieser Veranstaltung, so Flackus, resultieren ausgiebige Betriebsbesichtigungen. Aktuell findet am 27. April der Girls´ Day statt, an dem sich Tür und Tor vieler Kfz-Betriebe für Mädchen ab der 5. Schulklasse öffnen.

Die besten Ergebnisse des Sommers 2016 und des Winters 2016/2017 – für beide Prüfungen wurden im Meistersaal die Gesellenbriefe überreicht – erzielten Christian Dahm aus Heidenrod, der Wiesbadener Manuel Fisbeck, beide von Rossel + Scherer Wiesbaden, sowie der Mainzer Jens Beck, der bei der Wiesbadener Taunus-Auto-Verkaufs GmbH lernte. Einzige junge Frau unter den ausgezeichneten Gesellen ist Vanessa Gutwald, die bei Renault-Enders in Wiesbaden ausgebildet wurde.

Bemerkenswert ist, dass von den 59 jungen Gesellen 26 aus Wiesbaden und 33 aus dem Rheingau-Taunus-Kreis und Umgebung kommen. Fast drei Viertel von ihnen wurden in Wiesbadener Betrieben ausgebildet. Insgesamt sind zurzeit 352 Lehrlinge in 90 Kfz-Betrieben, die der Innung angehören, in Ausbildung. 304 Azubis haben das Berufsbild Kfz-Mechatroniker gewählt, 48 entschieden sich für den Automobilkaufmann.

Text und Bilder: Lutz Schulmann (LS Journalismus und PR)

  
 

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